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Pressemitteilung von Frank Schmitt

28.01.2020

SBahn

Kontroverse Diskussion im Bürgerhaus Bornheide

Die SPD Altona hatte zu einer Diskussion „Straßenbahn oder S-Bahn?“ ins Bürgerhaus Bornheide in Osdorf eingeladen und viele Interessierte sind dieser Einladung gefolgt. Auf dem Podium saßen Kay Uwe Arnecke, Geschäftsführer der S-Bahn Hamburg GmbH und Dipl.-Ing. Gerhard Helzel, der sich für den Bau neuer Straßenbahnlinien einsetzt.

Nach der Begrüßung durch den SPD-Kreisvorsitzenden Mathias Petersen übernahm der SPD-Wahlkreisabgeordnete und Verkehrspolitiker Frank Schmitt die Moderation. In seinem Eingangsstatement erläuterte Kay Uwe Arnecke, dass die Machbarkeitsstudie ergeben habe, dass eine S-Bahn besser sei. Sie würde neben Lurup und den Osdorfer Born auch die Science City Bahrenfeld an das Schienennetz anbinden und würde auch besser als eine Straßenbahn in der Lage sein, den prognostizierten Fahrgastanstieg von 50% bewältigen zu können.

Der Straßenbahnbefürworter Dipl.-Ing. Gerhard Helzel wies dagegen darauf hin, dass eine Straßenbahnstrecke erheblich billiger und schneller zu bauen sei, weil man keinen Tunnel bohren müsse und auch keine Rolltreppen oder Aufzüge benötige.

Nach diesen beiden Eingangsstatements entspann sich eine kontroverse Diskussion, die auch beklagte, dass die bereits seit langem immer wieder zugesagte Schienenanbindung von Lurup und dem Osdorfer Born noch immer keine Realität sei und dass es noch keinen Zeitplan und keine Kostenschätzung geben würde. Frank Schmitt erklärte dazu „Es wäre unredlich schon in diesem frühen Stadium der Planung genaue Zahlen zu nennen. Die Bürgerschaft hat in ihrer letzten Sitzung mit breiter Mehrheit den Senat beauftragt, die Planung der S32 zum Osdorfer Born aufzunehmen und die Planung der U5 bis zu den Arenen fortzusetzen. Da auch der Bund Mittel zum Bau zur Verfügung stellen wird, ist es notwendig, jetzt die Planung zu vertiefen, denn Chance, Fördermittel zu akquirieren, steigt auch in dem Maße, wie die Projekte durchgeplant sind.“

Von den Straßenbahnbefürwortern wurde angemerkt, dass der Bau einer Straßenbahn erheblich schneller gehen würde. Die Busse seien jetzt schon überfüllt und wären oft verspätet. Die Planung einer Straßenbahn wäre einfacher und es würde schneller gehen. Kay Uwe Arneke wendete ein, dass auch bei der Planung einer Straßenbahn ein Planfeststellungsverfahren eingeleitet werden und dort mit Einsprüchen gerechnet werden müsste. Wie sich zum Beispiel auf der viel befahrenen Stresemannstraße, auf der sich Busse, Autos, Fahrräder und Fußgänger bereits heute den schon knappen Straßenraum teilen dann zusätzlich noch mit einer Straßenbahn teilen sollen blieb unklar.

Ein weiterer Aspekt, der diskutiert wurde war der Klimaschutz. Für die Straßenbahn würde sprechen, so die Befürworter, dass damit das Klimaziel schneller und sicherer zu erreichen sei. Herr Helzel wies darauf hin, dass bis zur Fertigstellung der S-Bahn E-Busse fahren müssten und E-Mobilität aus seiner Sicht nicht sehr nachhaltig sei. Die Straßenbahn könne diese Busse bis zur Fertigstellung der S-Bahn ersetzen. Die im Publikum anwesende Umweltexpertin der SPD Anne Krischok erläuterte: „Auch ich sehe die E-Mobilität sehr kritisch, aber es werden auch wasserstoffbetriebene Busse eingesetzt, deren Zahl aber noch zu gering ist.“

Auch die Situation am Hauptbahnhof war Thema. Es wurde die Befürchtung geäußert, dass durch die neue S-Bahn Linie der Druck auf den schon sehr belasteten Hauptbahnhof noch zunehmen würde. Herr Arnecke von der S-Bahn Hamburg erklärte dazu, dass die S 32 als Verstärkerlinie - zunächst zwischen Harburg und Elbgaustraße - sowieso kommen würde und der Hauptbahnhof umgebaut würde und auch durch den Neubau des Altonaer Bahnhofs am Diebsteich der Hauptbahnhof vom Fernverkehr entlastet werde.

Die Luruper Verkehrs-AG begrüßte, dass die Planung für die S-Bahn nun in Angriff genommen wird und warnte davor, jetzt wieder diese Planung umzustoßen. Am Ende kristallisierte sich heraus, dass die Bürgerinnen und Bürger die S-Bahn-Anbindung sehr begrüßen, aber einige zusätzlich gerne auch noch eine Straßenbahn hätten. Dr. Mathias Petersen, der auch Vorsitzender des Haushaltsausschusses der Hamburgischen Bürgerschaft ist wies allerdings darauf hin, dass dies aus finanziellen Gründen nicht möglich wäre.

„Ich bedanke mich für die spannende und kontroverse Diskussion bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Ich kann nur dafür plädieren, jetzt mit der S-Bahn weiter zu planen. Die Stadtbahn ist für uns keine Alternative. Wir wollen nicht zurück auf Anfang. Wir wollen vorankommen! Die Bürgerinnen und Bürger in Lurup und am Osdorfer Born warten bereits viel zu lange auf eine Schienenanbindung. Deshalb ist es wichtig, dass sich der Horizont einer Realisierung stetig nähert anstatt immer wieder grundsätzlich in Frage gestellt zu werden.“ betonte Frank Schmitt am Ende der Diskussion.


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